Rom soll auf sieben Hügeln erbaut worden sein, der Palatin ist einer von ihnen. Für die Römer ist der Palatin der älteste bewohnte Stadtteil. Unter Besuchern und Touristen gilt der Palatinhügel als Freilichtmuseum. Neben spannenden Ruinen und lebendig werdender Geschichte lohnt sich der Ausflug auf den Palatin auch wegen des Ausblicks über Rom. 51 Meter über der Stadt gehört diese Aussicht zu den schönsten Roms. Das Forum Romanum und das Kolosseum liegen in direkter Nähe, sodass die drei Top Attraktionen Roms gerne gemeinsam besichtigt werden.


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Der Palatin als Geburtsstätte Roms

Der Palatinhügel bildet geographisch die Mitte Roms. Im Norden grenzt er an das Forum Romanum, im Westen an das Tal Velabrum und im Süden an den Circus Maximus. Außer im Norden fällt der Hügel an allen Seiten circa 30 Meter steil nach unten ab. Seine Fläche auf dem Hügelrücken beträgt ungefähr zehn Hektar.

Laut der Gründungslegende führten Romulus und Remus eine Vogelschau durch, um zu entscheiden, wer über Rom herrschen sollte. Romulus stationierte sich auf dem Palatin, Remus auf dem Aventin, einem der anderen sieben Hügel Roms. Romulus wurde als Sieger ausgerufen und so bekam der Palatin-Hügel einen ganz besonderen Wert und gilt heute als legendärer Gründungsort Roms. Im antiken Rom stand – angeblich – auch die Casa Romuli, eine ärmliche Hütte, in der Romulus gelebt haben soll.

Palatin

Seit dem 3. und 2. Jahrhundert v. Chr. wurden auf dem Palatin Tempel errichtet. Heute könnt ihr noch die Überreste von drei Bauten sehen: den Tempel der Magna Mater, der Victoria und des Apollon. Ebenfalls siedelten sich dort immer mehr wohlhabende Römer an, darunter unter anderem Cicero, Crassus und Gaius Octavius, deren Häuser sich gegenseitig an Prunk und Pracht überboten. Auch viele römische Kaiser residierten an diesem Ort, den Anfang machte Augustus. Konstantin der Große jedoch verlegte den Regierungssitz nach Konstantinopel, so dass eine Art Niedergang auf dem Palatin stattfand.

Im 16. Jahrhundert wurde der Palatin in ein Parkidyll umgestaltet und reiche Familien, vor allem die Familie Farnese, ließen Gärten und Parks anlegen. Im November 2007 wurde noch eine bemerkenswerte Entdeckung gemacht: eine mit Muscheln und Marmor bedeckte Höhle soll die von Romulus und Remus gewesen sein.

PalatinHighlights auf dem Palatin-Hügel

Die Domus Tiberiana erstrecken sich über die Westseite des Hügels, wurden aber bei dem Brand im Jahre 80 größtenteils zerstört. Sie war eine Palastanlage des Kaiers Tiberius. Seit 2011 werden Ausgrabungen von Archäologen durchgeführt, die von einer Besucherplattform aus nachvollzogen werden können. Im 16. Jahrhundert nämlich wurde die Anlage von den Farnesinischen Gärten überbaut.

Die Farnesinischen Gärten auf dem Palatin sind größtenteils noch erhalten. Einige wenige Stellen mussten wegen der Ausgrabungen verändert oder zerstört werden. Zahlreiche Brunnen, Teiche und Pavillons könnt ihr hier aber noch entdecken. Vor allem Pflanzen aus Ostasien und Lateinamerika wurden von der Familie angepflanzt. Auch heute noch ist ein Abstecher in diese Gärten ein tolles Ausflugsziel auf Streifzügen durch die italienische Hauptstadt.

Das Domus Augustuna ist ein antiker Palastkomplex auf dem Palatin. Oberhalb des Circus Maximus erkennt man heute noch die Ruinen dieser tollen Palastanlage. In der Mitte der antiken Anlage gab es einen großen Hof, umringt vom zweistöckigen Wohnquartier.

Die Thermen des Septimus Severus ließ der gleichnamige Kaiser errichten. Die Pfeiler, Bögen und Unterbauten des imposanten Bauwerkes sind auch heute noch auf dem Palatin zu entdecken. Ebenfalls dort zu finden sind Überreste des Palastes des Kaisers. Nördlich des Palastes befindet sich ein Stadion, bei dem nicht klar ist, ob es ein öffentliches Stadion oder eher eine private Gartenanlage war.

Auch die Domus Flavia, ein Palastbau, welcher unter dem Kaiser Domitian erbaut wurde, befindet sich auf dem Palatin. Hier könnt ihr noch Reste der Basilika oder der Aula Regia (Königshalle) bestaunen. Im Inneren könnt ihr wunderschöne Fresken sehen.

Besichtigung des Palatin

Der Palatin kann heute als Freilichtmuseum besichtigt werden. Täglich ab 8:30 Uhr könnt ihr von der Via Sacra, nahe dem Titusbogen, den Palatin betreten, Fotos schießen und die alten Ruinen besichtigen. Dort findet ihr unter anderem das Haus des Augustus, welcher wie erwähnt als erster Kaiser seine Residenz auf diesem Hügel bezog. Es ist ein einfaches Haus mit zwei Stockwerken. Der Kaiser verbrachte vierzig Jahre seines Lebens dort.

Zu den Sehenswürdigkeiten auf dem Palatin-Hügel gehören neben den vielen spannenden Ruinen auch das Forum Romanum und das Kolosseum. Die drei Attraktionen gemeinsam zu besichtigen bietet sich daher mehr als an. Führungen über den Palatin, entlang des Forum Romanum und inklusive Tickets für das Kolosseum gibt es bereits ab 35,00€.

Da der Palatin der zentralste Hügel ist, empfehlen wir euch einen ganzen Tag einzuplanen, um das antike Rom, das Kolosseum, das Forum Romanum und den Palatin-Hügel zu besichtigen.

Wer den Palatin vor allem wegen des tollen Ausblicks besuchen möchte, kann dies auch auf einer Hop-on Hop-off Stadtrundfahrt. Die Station liegt direkt am Circus Maximus.

Wer am Palatin ist sollte aber auf jeden Fall einen Abstecher zum Kolosseum machen. Wir empfehlen für ausgiebige Sightseeing-Touren in Rom den Rom City Pass. Der Eintritt ohne Anstehen zu Forum Romanum, Kolosseum, Vatikan und Co. ist im Preis inklusive und zusätzlich nutzt ihr den öffentlichen Nahverkehr in Rom ohne Zusatzkosten. Lohnt sich wirklich!

Anfahrt zum Palatin

Der Palatin befindet sich in der Nähe des Forum Romanum und des Kolosseum. Auf der Karte seht ihr, dass das Areal – wie oben beschrieben – zehn Hektar groß ist und es somit keine genaue Adresse gibt. Die Metro-Station „Colosseo“ ist auch hier eine gute Wahl. Mit dem Bus könnt ihr zur Haltestelle „San Gregorio“ fahren. Die Busse 51, 75, 81, 85 und viele weitere halten dort.