Rom, die ewige Stadt, hat viele schöne Ecken, monumentale Gebäude und historische Plätze. Die Sixtinische Kapelle gehört auf jeden Fall in diese Auflistung und wir werden Ihnen zeigen, warum. Erbaut wurde die Kapelle zwischen 1475 und 1483, offiziell eingeweiht am 15. August des selben Jahres von Papst Sixtus IV. Heutzutage beherbergt sie einige der berühmtesten Gemälde der Welt. Fast vier Millionen Besucher pro Jahr lassen sich die Gemälde von Michelangelo und Co. nicht entgehen. Unmittelbar in der Nähe vom Petersdom, lassen sich die Sixtinische Kapelle und die Besichtigung der weiteren Highlights des Vatikans optimal miteinander verknüpfen.


Das könnte euch auch interessieren:

  1. Tipps für den Besuch im Vatikan: Sixtinische Kapelle, Petersdom & Vatikanische Museen
  2. Besichtigung der Kuppel im Petersdom

Architektur und Geschichte der Sixtinischen Kapelle

Die „Cappella Sistina“ (ital.) ist die bekannteste Kapelle der Welt, doch wer gestaltete und entwarf die Sixtinische Kapelle? Baccio Pontelli konzipierte den rechteckigen Grundriss des Gebäudes, das insgesamt 40,9 Meter lang, 13,4 Meter breit und 20,7 Meter hoch ist. Die Decke ist ein flaches Tonnengewölbe.

Sixtinische Kapelle

Wie oben erwähnt wurde der Bau von Papst Sixtus IV. in Auftrag gegeben, der gleichzeitig auch Namensträger der Sixtinischen Kapelle ist.

Gemälde von Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle

Sixtinische Kapelle - Michelangelo Buonarroti
Der Maler Michelangelo Buonarroti.

Das Deckengemälde in der Sixtinischen Kapelle ist das Meisterwerk von Michelangelo Buonarroti, oft nur Michelangelo genannt. Berühmt wurde die Kapelle durch ihre Ausschmückung mit beeindruckenden Fresken (Wandgemälden). Beauftragt von Papst Julius II. malte Michelangelo zwischen 1508 und 1512 verschiedene Szenen aus der Genesis auf insgesamt 520 Quadratmetern. Die Malereien beinhalten 115 überlebensgroße Figuren.

Vor allem die waagerechten Bildfelder, die Szenen aus dem alten Testament beschreiben, gehören zu den bekanntesten der Welt. Michelangelo zeigt in jeweils drei zusammengehörenden Bildern zum Beispiel den Sündenfall und die Vertreibung aus dem Paradies, die Erschaffung Evas und die Erschaffung Adams. Umgeben sind diese „Dreierpakete“ von Motiven aus der Bibel und der antiken Mythologie. Eine genaue Auflistung der Deckengemälde können Sie sich auf diesem Deckendiagramm genauer ansehen.

Erschaffung AdamsCirca zwanzig Jahre später bekam Michelangelo einen neuen Auftrag: Er sollte ein Altargemälde anfertigen, welches das Jüngste Gericht darstellen sollte. Nach fünf Jahren Arbeit konnte er das Fresko 1541 fertigstellen. Auf über 200 Quadratmetern stellte er circa 390 Personen dar, viele davon überlebensgroß. Es wird davon ausgegangen, dass er die Arbeit ohne Mithilfe von anderen Künstlern vollbrachte.

Wandgemälde der Sixtinischen Kapelle: Norden

Neben Michelangelos umwerfenden Deckengemälden sind die Wandgemälde mindestens genauso imposant und herausragend. Die Wandgemälde im Norden der Kapelle zeigen Szenen aus dem Leben Jesu und wurden von verschiedenen Malern der Renaissance vollbracht: Pietro Perugino und Sandro Botticelli sind zwei von ihnen. Sie malten das erste (Taufe Christi, Perugino) und das zweite (Versuchung Christi, Botticelli) Motiv. Eigentlich begann der Zyklus mit einem anderen Werk Peruginos, der Geburt Christi. Dieses musste aber aufgrund der Arbeiten von Michelangelo am Jüngsten Gericht wieder entfernt werden. Die weiteren Motive an der Nordwand sind:

  • Berufung der ersten Apostel
  • Bergpredigt
  • Schlüsselübergabe
  • Das Letzte Abendmahl
  • Auferstehung Christi

Wandgemälde der Sixtinischen Kapelle: Süden

Im Süden der Kapelle sind Bilder aus dem Leben Mose zu finden. Auch hier musste ein Bild von Perugino für das Jüngste Gericht von Michelangelo wieder entfernt werden. Wieder fertigten Perugino (Wanderung des Mose nach Ägypten) und Botticelli (Begebenheiten aus dem Leben des Mose) die ersten zwei Bilder des Zyklus an. Die weiteren Bilder aus dem Leben Mose sind:

  • Durchzug durch das Rote Meer
  • Übergabe der Gesetzestafeln
  • Bestrafung von Korach, Datan und Abiram
  • Testament und Tod Mose
  • Streit um den Leichnam von Mose

Wo ist die Sixtinische Kapelle?

Die Sixtinische Kapelle liegt unmittelbar in der Nähe des Petersdoms und somit ganz zentral in Rom. Unten auf der Karte haben wir für Sie die Kapelle markiert. Wenn Sie mit der Metro anreisen, sind die Stationen „Cipro“ und „Ottaviano“ die besten, um zu Fuß weiter zur Sixtinischen Kapelle zu gehen. Auch die Busverbindungen 23 und 492 zur Station „Bastioni Di Michelangelo“ oder die Linie 49 zur Station „Viale Vaticano – Musei Vaticani“ bringen Sie in die Nähe der Sehenswürdigkeit.

Die Sixtinische Kapelle besichtigen

Wie bei fast allen Sehenswürdigkeiten in Rom ist auch die Sixtinische Kapelle stets gut besucht. Wer die Malereien von Michelangelo und Co. in Ruhe genießen will, sollte so früh wie möglich nach Öffnung in das Museum eilen. Die Türen öffnen von Montag bis Samstag ab 9:00 Uhr und schließen um 18:00 Uhr. Beachten Sie, dass der letzte Einlass gegen 16:00 Uhr stattfindet. Erwachsene zahlen 16,00€ und Kinder (6-17 Jahre) 8,00€, Kinder bis zu diesem Alter können die Cappella Sistina kostenlos betreten.

Die Sixtinische Kapelle ist Teil der Vatikanischen Museen. Die Besichtigung ist nur im Rahmen des Besuchs der Vatikanischen Museen möglich. Da die Museen zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Rom gehören, sind die Warteschlangen vor den Eingängen schon früh besonders lang. Ein Ticket ohne Anstehen oder eine Führung sind zwar etwas kostenintensiver, ihr spart damit aber viele Stunden Wartezeit.

Hier findet ihr detaillierte Informationen für die Besichtigung & Tickets für die Vatikanischen Museen, der Sixtinischen Kapelle und den Petersdom.

Eindruck per Video

Auf YouTube können Sie natürlich zahlreiche Videos zum Thema Sixtinische Kapelle finden. Falls Sie einen kurzen Ausschnitt der beeindrucken Malereien vor Ihrem Besuch schon einmal anschauen wollen, empfehlen wir dieses Video. Dennoch sollten Sie sich die Sixtinische Kapelle nicht entgehen lassen und, wenn Sie in Rom sind, selbst hineingehen und die atemberaubenden und riesigen Gemälde sowie das Museum ganz genau mustern und auf eigene Faust entdecken.